Forschungsstand
Diese Seite handelt von Kaffee als Getränk, nicht von unserem Produkt. Wir fassen zusammen, was in der Literatur steht, und schreiben dazu, woher es kommt. Was daraus für dich folgt, entscheidest du selbst.
Ein Hinweis, den wir wichtig finden: Der grösste Teil dieser Forschung sind Beobachtungsstudien. Sie zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Wer daraus ein Heilsversprechen macht, hat sie nicht gelesen.
Kaffee gehört zu den am besten untersuchten Lebensmitteln überhaupt. Eine Übersichtsarbeit im BMJ hat 201 Meta-Analysen ausgewertet und kommt zum Schluss, dass Kaffeekonsum durchgängig mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit verbunden ist. Das Optimum lag bei etwa drei Tassen am Tag.1
In derselben Arbeit finden sich Zusammenhänge mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Lebererkrankungen, Parkinson und einzelne Krebsarten. Auch hier gilt: beobachtet, nicht bewiesen.
In westlichen Ernährungsweisen ist Kaffee zudem die grösste Einzelquelle für Polyphenole — schlicht deshalb, weil er täglich getrunken wird.2

Chlorogensäuren sind die grösste Gruppe der Polyphenole im Kaffee. In der rohen Bohne machen sie je nach Art einen erheblichen Teil der Trockenmasse aus — bei Arabica etwa 4 bis 8 %, bei Robusta 7 bis 14 %.3
Sie sind hitzeempfindlich. Wie viel das Rösten übrig lässt, hängt stark vom Röstgrad ab: bei heller Röstung geht rund die Hälfte verloren, bei dunkler Röstung der grösste Teil.4
Ein Teil verschwindet dabei nicht einfach, sondern wird in die entstehenden Melanoidine eingebaut.5
In kontrollierten Studien am Menschen wurden Chlorogensäuren in Mengen zwischen 25 und rund 1'000 mg pro Tag eingesetzt. Berichtete Effekte auf den Blutdruck traten ab etwa 140 mg täglich auf.6
Was wir daraus nicht ableiten: eine Wirkung unseres Kaffees. Für Chlorogensäure gibt es in der Schweiz keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe, und wir behaupten keine. Wir messen den Gehalt und schreiben ihn hin.
Dass Kaffee bei manchen Menschen auf den Magen schlägt, ist gut untersucht. Eine Studie in Molecular Nutrition & Food Research hat an neun gesunden Probanden einen dunkel gerösteten Blend gegen einen mittelgerösteten Handelsblend getestet, bei gleichem Koffeingehalt.7
Die dunkle Röstung regte die Magensäureproduktion weniger stark an. Die Autoren führen das auf das Verhältnis der Inhaltsstoffe zurück — vor allem auf mehr N-Methylpyridinium bei gleichzeitig weniger Chlorogensäure.
Das ist genau der Zielkonflikt, den unser Verfahren aushalten muss: Wer die Chlorogensäure hochhält, arbeitet gegen diesen Mechanismus. Deshalb ist die dunkle Charge bei uns die grössere.
Gemessene Werte der beiden Testgetränke. Quelle 7.
Entstehen beim Rösten über die Maillard-Reaktion und machen bis zu einem Viertel der Trockenmasse von Röstkaffee aus.8 Die niedermolekulare Fraktion trägt antioxidative Aktivität im Reagenzglas, die hochmolekulare wirkt im Dickdarm wie löslicher Ballaststoff.
Trigonellin zerfällt beim Rösten teilweise zu Nicotinsäure, also Vitamin B3. Der Gehalt steigt mit dem Röstgrad — von rund 10 mg pro 100 g bei heller bis etwa 40 mg bei dunkler Röstung.9
Ein Schimmelpilzgift, das bei feuchter Lagerung entstehen kann. Höchstgehalt für Röstkaffee: 3,0 µg/kg.10 Wir prüfen den Rohkaffee, bevor geröstet wird.
Bildet sich früh beim Rösten und baut sich bei weiterer Hitze wieder ab. Helle Röstungen enthalten mehr davon als dunkle.11 Richtwert für Röstkaffee: 400 µg/kg.12
Die USDA hat ihre ORAC-Datenbank 2012 zurückgezogen — die Werte hätten keine belegte Relevanz für die Wirkung im Menschen und würden von Herstellern zur Bewerbung missbraucht.13 Eine empfohlene Tagesdosis für Antioxidantien gibt es nicht.
Alles, was oben mit einer Zahl markiert ist.
Entwurf. Vor einer Veröffentlichung werden alle Angaben gegen die Originalarbeiten und die geltende Fassung der jeweiligen Verordnung geprüft.